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Stapler auf Google Earth

Der Seehafen Brake an der Unterweser gehört im internationalen Vergleich zu den eher kleinen Umschlagplätzen. Bei Getreide und Futtermitteln ist er jedoch die Nummer 1 in Deutschland. Und man hat sich erfolgreich auf Nischenprodukte aus den Bereichen Windkraft, Stahl und Zellulose spezialisiert.

Mobile Easykey Seehafen BrakeFlexibilität ist bei Nischenanbietern überlebensnotwendig. So sorgt die J. Müller Service GmbH, seit fast  200 Jahren familiengeführtes Unternehmen im Seehafen Brake, nicht nur für einen reibungslosen Service, sondern auch für flexible Abläufe am 2,6 Kilometer langen Pier an der Weser und auf 170.000 Quadratmeter überdachter Lagerfläche. Einige Veränderungen bei J. Müller stellten jedoch neue Anforderungen an die technische Abteilung: Die Aufspaltung des Unternehmens nach Kompetenzbereichen und die Ausgründung der Technik in eine eigenständige GmbH sollten neben mehr Kostenbewusstsein auch mehr Kostentransparenz schaffen. Das bestehende System aus Fahrtenbüchern führte zu vielen Betriebsstunden, die den internen Kunden nicht in Rechnung gestellt werden konnten. Andererseits: Die extra gegründete J. Müller Service GmbH mit ihren 53 Fahrzeugen und der hauseigenen Werkstatt mit 18 Mitarbeitern ist verpflichtet, „einloggstundengenau“ alle Kosten für Stapler und andere Fahrzeuge in Rechnung zu stellen. Jacobs: „Dies führte zu ebenso häufigen wie überflüssigen Diskussionen.“ Um diese Diskrepanz nachhaltig zu beseitigen, ging Herbert Jacobs, der technische Leiter bei J. Müller, bereits im Jahr 2015 auf die Suche nach einem Flottenmanagementsystem für die Stapler. „Nachdem wir die Überlegungen zur Entwicklung einer eigenen Software aus Kostengründen verworfen hatten, bin ich aber mit ein paar Suchbegriffen im Internet schnell fündig geworden: Mobile Easykey“, erzählt Herbert Jacobs. Schnell war klar: „Diese Software ist für unsere Bedürfnisse bestens geeignet, da Nutzer exakt abgrenzen können, ob ein Stapler eingeloggt, bestromt oder im Status Crash ist.“ Darüber hinaus biete Mobile Easykey auch Antworten auf die weiteren Fragen, die sich der technische Leiter gleichfalls stellte: „Wir wollten mehr Sicherheit im Betrieb, eine verbesserte Wirtschaftlichkeit, eine optimierte Wartungsplanung und einen Überblick über die Verfügbarkeit und den Standort unserer Fahrzeuge.“

Datenübertragung per 3G-Standard
Willenbrock Fördertechnik in Bremen, ein ortsnaher Linde- und auch Mobile-Easykey-Händler, wurde mit der Konfiguration dieser Lösung für J. Müller beauftragt. Marco Sveda, Koordinator für digitale Lösungen bei Willenbrock: „Das Pflichtenheft war klar vorgegeben, das richtige Produkt für den Seehafen in Stapler auf Google Earth Mobile Easykey mit Outdoor Locator im Einsatz im Seehafen Brake Brake schnell zusammengestellt.“ Voraussetzung für die Ortungslösung „Outdoor Locator“ ist eine Datenübertragung per 3G-Standard, welche sehr gut mit der Größe des Geländes korrespondierte. Outdoor Locator ist Teil der Mobile-Easykey-Software und zeigt auf dem Google-Earth-Plugin den exakten Standort jedes Staplers an. Diesen Standort zu wissen, sei wiederum die Voraussetzung dafür, dass der passende Stapler in der Praxis auch stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Alle 38 Gabelstapler mit bis zu 52 Tonnen Tragfähigkeit, acht Zugmaschinen und sieben Reachstacker (Schwerlaststapler mit spezieller Ausstattung zur Verladung von Gütern und Containern aller Art) wurden mit Mobile Easykey und der Ortungslösung ausgestattet. Herbert Jacobs: „Wir müssen immer wissen, welcher Stapler wo verfügbar ist. Wer als Nischenanbieter nicht flexibel ist, hat schon verloren.“

Sofortige Vernetzung möglich
Die Implementierung von Mobile Easykey erfolgte zwischen Januar und März 2016 in enger Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung des Hauses und dem Betriebsrat. „J. Müller kann auf hervorragend ausgebildete Techniker zurückgreifen. Eine zweitägige Einbauschulung durch einen Werksmonteur von Mobile Easykey hat gereicht. Dann hat die Werkstatt von J. Müller in Eigenregie alle Maschinen mit dem System ausgerüstet“, so Marco Sveda von Willenbrock Fördertechnik. Der Koordinator für digitale Lösungen unterstützte den Kunden bei der Konfiguration der Module, sodass die Vernetzung der Stapler mit der Software sofort nach der Montage möglich war.
Bei der Sicherheit setzt J. Müller auf die Abfahrtkontrolle des Systems. Jeder Bediener ist zu einem Sicherheitscheck verpflichtet und bestätigt den ordnungsgemäßen Zustand der Maschine durch Drücken der grünen Taste. Wird die rote Taste betätigt, erhält die Werkstatt einen Hinweis, dass eventuell eine Reparatur oder Wartung notwendig ist. Herbert Jacobs: „Eine Konsequenz für den Einsatz des Staplers hat dies im Moment jedoch noch nicht.“ Die Mitarbeiter führe man zunächst sukzessive an Mobile Easykey heran. „Im ersten Schritt haben wir die Zugangskontrolle, die Ortung und die Wartungsplanung umgesetzt.“
Im Zuge der schrittweisen Einführung des Flottenmanagementsystems ist nun die Aktivierung der patentierten Crash-Sensoren an der Reihe. Gemeinsam mit den Fachleuten von Willenbrock und von Mobile Easykey werden zurzeit die gesammelten Daten der Stapler ausgewertet. Marco Sveda: „Je größer die Maschine, desto heftiger die Bewegungen des Aufbaus. Dazu kommen die unterschiedlichen Zustände der Fahrwege am Hafengelände. Wir sammeln zunächst Daten, um die Crash-Sensoren optimal einstellen zu können.“ Mit dem Sensor „crash+remote“ werden die Einstellungen in der Software definiert und über die mobile Internetverbindung an das Modul übertragen. Korrekturen können jederzeit bequem vom Schreibtisch aus vorgenommen werden. „Crash ist Crash. Wenn wir zukünftig einen Crash-Alarm erhalten, wird der Stapler sofort stillgelegt. Da gehen wir kein Risiko ein“, so der technische Leiter von J. Müller Service. Genauso konsequent soll der Umgang mit der Abfahrtkontrolle gehandhabt werden: „Wer dann die rote Taste drückt, blockiert den Stapler für den weiteren Gebrauch.“

Sorgsamer Umgang mit den Staplern
Schon jetzt sei eine erhebliche Verringerung der Schäden zu verzeichnen, so der technische Leiter. Die Fahrer gehen dank Mobile Easykey sorgsamer mit den Staplern um. Herbert Jacobs: „Auch wenn wir die personenbezogenen Daten nicht auswerten, empfinden die Mitarbeiter jetzt eine größere Verantwortung gegenüber diesen teuren Investitionsgütern. Und sie sorgen auch dafür, dass jeder Stapler nach Schichtende dort steht wo er hingehört.“
Doch Mobile Easykey könne noch mehr. So wird die UVV- und Wartungsplanung ebenfalls mit dieser Software gesteuert. Wichtige Prüfungstermine und betriebsstundengenaue Wartungsintervalle würden nun zuverlässiger eingehalten als in der Vergangenheit, als dies mit unterschiedlichen Systemen und Listen gehandhabt wurde.
Zukünftig soll auch eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs erreicht werden. Es sei nicht sinnvoll, den Stapler auszuschalten, wenn der Fahrer ihn nur für wenige Augenblicke nicht nutzt. Herbert Jacobs: „Wenn er ihn aber mehrere Minuten lang nicht benötigt, ist es meist ökonomischer, ihn auszuschalten – was aber in der Praxis selten geschieht.“ Eine Automatische Abschaltung soll hier demnächst Abhilfe schaffen. Zur Zeit werden noch Erfahrungen gesammelt, „denn es ist vom Staplertyp abhängig, wann eine Abschaltung tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll ist“, so Jacobs weiter. Sein Fazit: „Über die Zukunft können wir wenig bis gar nichts sagen. Das Geschäft mit Seefracht ist wie kaum ein anderes extrem konjunkturabhängig.
Aber eines ist sicher: Mobile Easykey gilt für uns als gesetzt! Wir wissen jetzt einfach mehr über die Wirtschaftlichkeit unserer Investitionen. Denn neben der Sicherheit zählt vor allem eines: Wie viel Geld verdienen wir mit jedem einzelnen Stapler? Daran werden wir gemessen.“


Foto: Herbert Jacobs, J. Müller und Marco Sveda, Willenbrock Fördertechnik


Quelle: Hebezeuge Fördermittel 1-2/2017

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