Intelligentes Flotten­management für Stapler

Hinter Mobile Easykey steht das inhabergeführte Unternehmen Domnick+Müller. Der Staplerhändler aus Friedrichsdorf stand 2001 vor einem Neuanfang, als die Traditionsmarke Steinbock vom Markt genommen wurde. Ein Schwerpunkt der Neuausrichtung war das herstellerunabhängige Flottenmanagementsystem Mobile Easykey.

Mobile Easykey Rudolph Logistik Anwenderbericht dhf IntralogistikMittlerweile setzen 15 der im Börsen­enindex DAX notierten Konzerne auf die Technologie von Mobile Easykey. Zu den Kunden gehören namhafte Unternehmen wie Daimler, Volkswagen, BASF, DHL und Lufthansa, die mit dem System nach eigenen Angaben die Kosten für Schäden um bis zu 40 Prozent und den Umfang der Staplerflot­ten um bis zu 15 Prozent senken konnte.

Patentierte Technologie
Mobile Easykey ist heute ein modulares System, das seinerzeit als reine Zugangskontrolle gestartet war. In den vergangenen 15 Jahren wurde die Tech­nologie zu einem ausgeklügelten Flottenma­nagementsystem weiterentwickelt. Stapler können zum Beispiel mit einem lernfähigen Crash-Sensor ausgestattet werden, der den individuellen Sicherheitsanforderungen im Betrieb angepasst wird. In drei definierten Stufen kann der patentierte Crash-Sensor reagieren und den Stapler in der Geschwin­digkeit begrenzen oder komplett stilllegen.
Weitere Highlights des modularen Sys­tems sind die Möglichkeiten zur Überwa­chung von Ölstand, Wassertemperatur, ef­fektiven Betriebsstunden, Elektrolytstand, Wartungsintervallen, Batteriesteuerung bis hin zur GPS-Ortung im Außenbereich. Selbst für Kühlhäuser und EX-Schutzbetriebe stehen spezielle Modulausfertigungen zur Verfügung.

Im Einsatz bei Rudolph Logistik
Die Rudolph Logistik Gruppe ist ein Global Play­er im Logistikgeschäft, mit weltweit 5 000 Mitarbeitern an 40 Standorten, zum Beispiel in Volkmarsen: Mit zwei insgesamt 140000 Quadratmeter großen Hallen verfügt dort der Geschäftsbereich Automotive über Hessens größte überdachte Lagerfläche. Rudolph lagert dort Ersatzteile von Automobilherstellern und versendet diese vor allem an Zentralläger, und zwar weltweit. Die Teile verlassen Volkmarsen per Lkw oder über die eigene Bahnrampe, mit 220 Meter eine der größten in Deutschland. 80 Mitarbeiter sind am Standort in bis zu drei Schichten tätig.
Hans Christian Sproedt, der im Ge­schäftsbereich Automotive von Rudolph Logistik als Projektplaner für die Einführung von Mobile Easykey am Standort Volkmar­sen zuständig war: ,,Die Anfänge mit dem System sind sozusagen historisch gewachsen. Erst im Laufe der Zeit ist uns klargeworden, wie mächtig und hilfreich Mobile Easykey ist“. Volkmarsen war der erste Standort von Rudolph Logistik, an dem das Flottenmana­gement mit allen seinen Möglichkeiten ge­nutzt wurde. Die Jungheinrich Stapler sind hier mit der kleinen blauen Mobile Easykey Box ausgerüstet, die ihre Daten per WLAN an die Software, den Mobile Easykey Manager, sendet und von dieser empfängt. Die Fahrer verfügen über einen individuellen Transponder-Chip. Dazu gibt es noch die sogenannten Master- und Werkstatt-Transponder zur Prüfung und Freigabe nach aus­gelösten Crash-Alarmen und zur Überfüh­rung in die Werkstatt. ,,Seit wir Mobile Ea­sykey implementiert haben“, sind die Kosten für Gewaltschäden gesenkt und natürlich die Sicherheit für unsere Mitarbeiter erheblich verbessert worden“ erläutert Steffen Röd­ger, der in Volkmarsen für das Qualitätsma­nagement und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zuständig ist. Er ist vor Ort verantwortlich für das Flottenmanagement, schult Mitarbeiter und überwacht mit dem Mobile Easykey Manager die Wartungs- und Prüfungstermine der Stapler.

Effektivität zentral gesteuert
Mobile Easykey wird nach einem Pilotprojekt nun sukzessive an weiteren Standorten in Deutsch­land für alle Geschäftsbereiche ausgerollt. Die Verantwortung liegt jetzt in den Händen von Andreas Pfeiffer, der in der Rudolph-Gruppe für das Energie- und Flottenmanagement der Flurförderzeuge zuständig ist. Pfeiffer arbei­tet in der Unternehmenszentrale in Baunatal. Neben der Implementierung von Mobile Easykey kümmert er sich um den Aufbau des Datenbestands in der Software. Alle Kosten, die beim Betrieb der Stapler anfallen, werden erfasst und können damit exakt auf die Be­triebsstunden umgelegt werden. Ziel ist es, auf Knopfdruck eine Wirtschaftlichkeitsanalyse zu jedem einzelnen Stapler zu erhalten, für jeden Standort, zentral von Baunatal aus. Die Mobile Easykey-Software macht das möglich, sobald alle Daten eingepflegt wurden.

„Seit wir Mobile Easykey implementiert haben, sind die Kosten für Gewaltschäden gesenkt und die Sicherheit für unsere Mitarbeiter erheblich verbessert
worden.“

Besonders interessant, so Pfeiffer, sei auch die Ermittlung der exakten Nutzungsstunden, eine wichtige Entscheidungshilfe für zukünf­tige Leasingvereinbarungen. Einen weiteren, ganz unerwarteten Nutzen zieht Andreas Pfeiffer aus der Mobile Easykey-Software: „Mittlerweile haben wir alle prüfptlichtigen Geräte, vom Telefon bis zum Rolltor, ebenfalls dort erfasst und die Prüfungstermine hinter­legt. Was früher in verschiedenen Excel-Listen umständlich gehandhabt wurde, ist heute an jedem Standort und zentral sofort einsehbar.“

Einfache Implementierung
Hans Christian Sproedt, der Projektplaner bei Rudolph Au­tomotive, weist auf die Bedeutung der guten Zusammenarbeit von Mobile Easykey mit den Staplerherstellern hin. ,,Wir können heute bei der Bestellung eines Staplers einfach ein Kreuzchen machen und Mobile Easykey samt Schnittstelle ordern.“ Dazu Volker Quirin, der Entwicklungsleiter von Mobile Easykey: ,,Vor gut drei Jahren hatten wir dazu die ers­ten Kontakte zum VDI. Dort wird an einer Schnittstelle für die gesamte Branche gear­beitet. Wir haben darüber hinaus in enger Zusammenarbeit mit Jungheinrich, Linde und Crown eine eigene Schnittstelle entwi­ckelt.“ Vorteil sei, neben der vereinfachten Montage, die Übernahme originärer Daten des Staplers, die ansonsten über zusätzlich in­stallierte Hardware generiert werden müsse, so Quirin weiter.
„Bei allem sollten wir nicht vergessen, dass es immer um die Sicherheit unserer Mitar­beiter geht. Wir möchten hier besser sein als branchenüblich“ sagt Hans Christian Sproedt. ,,Aber natürlich geht es auch um Kosten. Ne­ben den gesunkenen Gewaltschäden stellen wir auch fest, dass die Staplertlotte langsamer wächst als die Auslastung an unseren Stand­orten“ so Sproedt. Und noch ein Faktor habe die Einführung von Mobile Easykey begüns­tigt: ,,Alle Daten bleiben bei uns im Haus und landen nicht in irgendwelchen Clouds.“

„Alles erreichbar“ ist der Slogan der Rudolph Logistik Gruppe. Und Mobile Easykey fordert auf: ,,Lernen Sie Ihren Fuhr­park kennen“. Hier arbeiten zwei Partner eng verzahnt zusammen: Rudolph profitiert vom Know-how des Marktführers und Mobile Easykey kann Erfahrungen aus der täglichen Arbeit und daraus resultierende Wünsche des Kunden permanent in Weiterentwicklungen und Verbesserungen umsetzen.


Foto: Rudolph Logistik, Standort Baunatal; von links nach rechts: Volker Quirin (Mobile Easykey), Andreas Pfeiffer (Rudolph Logistik)


Quelle: dhf INTRALOGISTIK 6.2016


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