Eine kleine blaue Box für mehr Sicherheit

Bei Rudolph Logistik hat jeder Fahrer seinen persönlichen Transponder. Damit schaltet er „seinen“ Stapler frei, bevor er mit der Arbeit beginnt. Mit Mobile Easykey hat der Logistiker aus Nord-Hessen die Sicherheit erhöht und jederzeit die Wirtschaftlichkeit seiner Fahrzeugflotte im Blick.

Mobile Easykey Rudolph Logistik AnwenderberichtAm frühen Morgen treffe ich Volker Quirin, den Entwickler und Erfinder von Mobile Easykey. Wir sind verabredet in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main, am Sitz von Domnick+Müller – das Unternehmen hinter dem Flottenmanagementsystem. Wir wollen einen Kunden des Marktführers besuchen: die Rudolph Logistik Gruppe – mit weltweit 5.000 Mitarbeitern und 40 Standorten ein Global Player im Logistikgeschäft. Schon bald stehen wir im ländlichen Volkmarsen im Norden Hessens vor den beiden insgesamt 140.000 Quadratmeter großen Hallen des Geschäftsbereichs Automotive von Rudolph Logistik – Hessens größte überdachte Lagerfläche. Rudolph lagert dort Ersatzteile von Automobilherstellern und versendet diese vor allem an deren Zentralläger, und zwar weltweit. Die Teile verlassen Volkmarsen per Lkw oder über die eigene Bahnrampe, mit 220 Metern eine der größten in Deutschland. 80 Mitarbeiter sind am Standort in bis zu drei Schichten tätig.

Wider das unbefugte Nutzen der Stapler
Im Besprechungsraum treffen wir Hans Christian Sproedt, der im Geschäftsbereich Automotive von Rudolph Logistik als Projektplaner für die Einführung von Mobile Easykey am Standort Volkmarsen zuständig war. ,,Die Anfänge mit dem System sind sozusagen historisch gewachsen. Erst im Laufe der Zeit ist uns klargeworden, wie mächtig und hilfreich Mobile Easykey ist“ so Sproedt. Volkmarsen war der erste Standort, an dem das Flottenmanagement mit allen seinen Möglichkeiten genutzt wurde. Alle Jungheinrich-Stapler sind hier mit der kleinen blauen Box ausgerüstet, die ihre Daten per WLAN an die Software, den Mobile Easykey Manager, sendet und von dieser empfängt. Die Fahrer verfügen über einen individuellen Transponder-Chip. Dazu. gibt es noch die sogenannten Master- und Werk statt-Transponder zur Prüfung und Freigabe nach ausgelösten Crash Alarmen und zur Überführung in die Werkstatt. ,,Seit wir Mobile Easykey implementiert haben, sind die Kosten für Gewaltschäden gesenkt und natürlich die Sicherheit für unsere Mitarbeiter
erheblich verbessert worden“, erläutert Steffen Rödger, der in Volkmarsen für das Qualitätsmanagement und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zuständig ist. Er ist vor Ort verantwortlich für das Flottenmanagement, schult Mitarbeiter und überwacht mit dem Mobile Easykey Manager die Wartungs- und Prüfungstermine der Stapler.

Erfolgreiches Pilotprojekt
Mobile Easykey wird nach dem Pilotprojekt an zehn Standorten nun sukzessive an weiteren Standorten in Deutschland für alle Geschäftsbereiche ausgerollt. Die Verantwortung liegt jetzt in den Händen von Andreas Pfeiffer, der in der Rudolph Gruppe für das Energie- und Flottenmanagement der Flurförderzeuge zuständig ist. Ihn treffen wir in der Unternehmenszentrale in Baunatal, eine halbe Autostunde von Volkmarsen entfernt. Neben der Implementierung von Mobile Easykey kümmert sich Pfeiffer um den Aufbau des Datenbestands in der Software.
Alle Kosten, die beim Betrieb der Stapler anfallen, werden erfasst und können damit exakt auf die Betriebsstunden umgelegt werden. Ziel ist es, auf Knopfdruck eine Wirtschaftlichkeitsanalyse zu jedem einzelnen Stapler zu erhalten, für jeden Standort, zentral von Baunatal aus. Die Mobile Easykey Software macht das möglich – sobald die Daten eingepflegt wurden. Besonders interessant, so Pfeiffer, sei auch die Ermittlung der exakten Nutzungsstunden, eine wichtige Entscheidungshilfe für zukünftige Leasingvereinbarungen. Einen weiteren, ganz unerwarteten Nutzen zieht Andreas Pfeiffer aus der Mobile Easykey Software: ,,Mittlerweile haben wir alle prüfpflichtigen Geräte, vom Telefon bis zum Rolltor, ebenfalls dort erfasst und die Prüfungstermine hinterlegt. Was früher in verschiedenen Excellisten umständlich gehandhabt wurde, ist heute an jedem Standort und zentral sofort einsehbar.“ Hans Christian Sproedt, der Projektplaner bei Rudolph Automotive, ist ebenfalls in der Zentrale in Baunatal eingetroffen. Beim Abschlussgespräch weist er auf die Bedeutung der Kooperation von Mobile Easykey mit den Staplerherstellern hin. ,,Wir können heute bei der Bestellung eines Staplers einfach ein Kreuzchen machen und Mobile Easykey samt Schnittstelle ordern.“

Eine Schnittstelle für die Branche
Volker Quirin berichtet daraufhin, wie es zur Schnittstelle kam. ,,Vor gut drei Jahren hatten wir dazu die ersten Kontakte zum VDI. Dort wird an einer Schnittstelle für die gesamte Branche gearbeitet. Wir haben darüber hinaus in enger Zusammenarbeit mit Jungheinrich, Linde und Crown eine eigene Schnittstelle entwickelt.“ Vorteil sei, neben der vereinfachten Montage, die Übernahme originärer Daten des Staplers, die ansonsten über zusätzlich installierte Hardware generiert werden müsse, so Quirin weiter.
,,Bei allem sollten wir nicht vergessen, dass es immer um die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht. Wir möchten hier besser sein als branchenüblich“, zieht Hans Christian Sproedt ein Fazit am Ende des Gesprächs. ,,Aber natürlich geht es auch um Kosten. Neben den gesunkenen Gewaltschäden stellen wir auch fest. dass die Staplerflotte langsamer wächst als die Auslastung an unseren Standorten“, so Sproedt. Und noch ein Faktor habe die Einführung von Mobile Easykey begünstigt: ,,Alle Daten bleiben bei uns im Haus und landen nicht in irgendwelchen Clouds.“

INFO So wurde die Idee geboren 
Volker Quirin ist der Erfinder von Mobile Easykey. Er schildert, wie es zur Entwicklung von Mobile Easykey kam. „Der Frankfurter Flughafen war Kunde von Domnick+Müller. Immer öfter kam es zu Gewaltschäden und diese wurden immer kostspieliger. Der Kunde wünschte sich eine Zugangskontrolle – die Keimzelle für Mobile Easykey. Aus der reinen Zugangskontrolle wurde in den letzten 15 Jahren ein umfassender Baukasten mit patentierter Crash Sensorik und umfassenden Möglichkeiten zur Flottenoptimierung. Mit 70.000 verkauften Modulen sind wir heute Marktführer bei den herstellerunabhängigen Systemen.“


Foto: Rudolph Logistik, Standort Volkmarsen; von links nach rechts (im Vordergrund): Steffen Rödger, Hans Christian Sproedt, Volker Quirin


Quelle: Materialfluss 5/2016


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